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CONDORs Columne 28: ABSCHIED VON EINEM UNENTWEGTEN

Wer in seiner Jugend von schier unendlichen Prärien, Freiheit im Sattel und gewaltigen Büffelherden träumte, dem schmeckte Jagdwurst wie Wapiti am Lagerfeuer. Hinter jedem Busch lauerten Abenteuer. Den Talentiertesten unter uns wurden Ruderkähne auf trüben Teichen zu Kanus, die pfeilschnell Katarakte gefährlicher Ströme durcheilten. Schlichteren Knaben mag es genügt haben, imaginäre Revolver auf das jeweilige Gegenüber abzudrücken. Alle aber waren sich einig; Indianer waren die Guten, und die Bleichgesichter bekamen zu Recht ihre Skalpe über die Ohren gezogen. Den meisten von uns ist die Erinnerung daran über die Jahre abhanden gekommen. Sie haben Kredite abzuzahlen, Kinder zu umsorgen oder Eltern zu pflegen. Einige von uns aber bescheren sich gelegentlich ein bißchen Romantik, wenn sie sich nach langen Arbeitstagen einen guten Tabak gönnen und dem blauen Dunst nachsinnen. Einer, dem es vor den apanatschig-medialen Abbildern seiner Kindheitshelden graute, und der es nicht lassen konnte, seinen Träumen lebenslang nachzuspüren, war der Schriftsteller Rainer Klis. Er, nicht nur ein literarisches Unikum, verbrachte das Finale seines Lebens ausgerechnet in jenem Hohenstein-Ernstthal, das Geburtsort von Karl May ist und etablierte sich dort auch als Buchhändler, in dessen Literaturgewölbe zur Labung der Aficionados auch Havannazigarren und erlesene Getränke feilgeboten wurden. Als sich sein ureigener Traum vom Reisen in die Wildnis des nordamerikanischen Kontinents erfüllte, war Klis freilich ein reifer Vierziger und gestandener Schriftsteller, der neben dem Leben zu Pferde auch - und das als einstiger Wehrdienstverweigerer in der DDR - den qualifizierten Umgang mit Jagdwaffen erlernt hatte. Sorgfältig präpariert, unternahm er, nichts weniger als ein Tourist, ausgedehnte Reisen in entlegenste Gebiete, ergründete als Wissender mit großer Aufmerksamkeit neben aller Wildnis das Leben der Comanche, Oglala, Crow und Cree, verschonte auch die Lappen und Samen nicht. Nicht nur, weil er das Leipziger Literaturinstitut absolviert hatte, verfügte er über mehr als hinreichende Fähigkeiten, seine Leser am Erlebten teilhaben zu lassen. Informative und unterhaltsame Bücher hat er darüber verfaßt, genauso lesenswert wie seine Prosa, die ihre Vollendung in der kürzesten Form fand. Ihm, dem großen Raucher, war Tabak so heilig wie die Dialektik. Jene Havanna-Zigarren, deren Bekanntschaft er im Kuba der Achtzigerjahre gemacht hatte, und über die er Wissenswertes in den Bänden „Rauchzeichen“ und „Rauchwerk“ an den Leser brachte, wurden regelrecht zum Teil seiner selbst. Sein irdisches Ende ereilte ihn kürzlich überraschend, als hätte er die Geschichte dazu selbst verfasst, nicht durch Grizzlys in den Rockys oder eine Klapperschlange in den Great Plains, auch nicht durch blaue Bohnen in einer Reservation, sondern ganz prosaisch, wie es sich für einen Prosaisten gehört, beim Einkauf im heimischen Supermarkt. Daß ihn, zumal er sich auf raffiniertes Kochen verstand, das dortige Sortiment umhaute, ist kaum anzunehmen. Nun glauben wir ihn gut aufgehoben, in den Glücklichen Jagdgründen. Wer auch immer nun sein Herr und Hirte sein mag; ihm wird nichts mangeln.

Unser neuer John Aylesbury Katolog 2018 ist da

John Aylesbury Katalog 2018

Hier ist die 2018er Ausgabe unter dem Motto

FINE DRINKS. BIG SMOKES. GREAT TASTE.

Als John Aylesbury Gesellschafter und somit anteiliger Markeneigner haben wir gemeinsam mit unseren Fachhändlerkollegen eine Sortimentsauswahl zusammengestellt, welche Ihnen als Liebhaber des gepflegten Tabak- und Spirituosengenusses hoffentlich viel Freude bereiten wird.
Sie können die aktuelle Ausgabe unter dem Menüpunkt KATALOG online anschauen bzw. herunterladen oder sich ein gedrucktes Exemplar im Geschäft abholen. Gern schicken wir Ihnen auch einen Katalog zu. Das entsprechende Anforderungsformular finden Sie ebenfalls auf der verlinkten Seite; oder bestellen Sie ein Gratisexemplar zusammen mit Ihrer nächsten Onlinebestellung.

PS: Es sind noch nicht alle neuen Produkte verfügbar. Diese werden in den nächsten Wochen eintreffen und nach und nach im Onlineshop eingepflegt.

Bitte beachten Sie, daß wir die Kataloge NICHT unaufgefordert per Massenversand an alle uns bekannten Adressen unters Volk bringen. Lediglich Versandkunden erhalten den Katalog mit Ihrem nächsten Paket oder Ende November per Briefpost.

Die geplanten Habanos-Neuheiten für 2018

Hier finden Sie die GEPLANTEN neuen Formate aus cubanischer Produktion. Konkrete Liefertermine und Preise stehen noch nicht fest - Nachfragen leider zwecklos. Bis auf den für Duty Free reservierten "Montecristo Double Edmundo Travel Humidor", welcher übrigens schon für 2016 angekündigt war, werden alle Havannas bei uns als LA CASA DEL HABANO (zuerst) verfügbar sein. Mit "Inland" ist Deutschland gemeint. Wer etwas nicht lesen kann ==> am PC STRG gedrückt halten und gleichzeitig das Mausrad drehen; zurück mit STRG und 0 (Null).

Geplante Habanos Neuheiten 2018

 

CONDORs Columne 27: ZIGARRENDÖDEL II

Wer den in meiner vorigen Columne beschriebenen Gemeinen Zigarrendödel würdigt, kommt nicht umhin, auch dem Zigarrendödel der gehobenen Kategorie Aufmerksamkeit zu zollen. Diese Edel-Zigarrendödel oder Zigarren-Edeldödel schleichen sich in Raucherklubs ein und unterwandern Raucherevents. Im Gegensatz zum offenherzig vollpfostigen Zigarrendödel aus dem Grundensemble, welcher seine Ignoranz breit auslebt, geriert sich der Edeldödel als kenntnisreicher Genießer, der ja so gern genießen möchte; nur leider, leider ist da immer etwas im Weg, was ihn erbost, traurig macht und der Verzweiflung anheimfallen lässt. Viel Geld gibt er für seine Zigarre aus. Und immer wird er enttäuscht. Liegt das Prachtstück vor ihm und sieht einfach nur schön aus, macht sich der Edeldödel daran, den Zigarrenring zu entfernen und zieht dabei gleich das Deckblatt mit ab. Oh, wie schade. Ein weiteres häufiges Szenario: Der Edeldödel hat sich eine Zigarre ausgesucht, beschnuppert und betastet, und dann das: Das Ding zieht nicht. Furchtbar. Wohlgemerkt, jeder Zigarrendödel, egal ob gemein oder edel, bemerkt immer erst, dass eine Zigarre nicht zieht, nachdem er sie angezündet hat. Weil er, mit masochistischer Konsequenz, das sorgsame Durchblasen der Zigarre und die Probe des Kaltzuges vermeidet, um dann mit weinerlichem Gesicht festzustellen, dass ihm das Leben abermals eine Falle gestellt hat. Widerfährt einer guten Zigarre das furchtbare Schicksal, einem solchen Zigarrendödel zwischen die Finger zu geraten, dann bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihre Verachtung durch Kern- oder Schiefbrand zu bekunden, und ihre Asche in unziemlichen Intervallen abzuwerfen. Nicht zu unterschätzen ist - neben einer Art von Geheimwissen - das pädagogische Talent, mit dem der gehobene Zigarrendödel sein Geheimwissen an den Mann bringt. Jeder Mischmeister einer Havannamanufaktur würde erblassen, wenn er wüsste, was dem Edelzigarrendödel schon seit langem vollkommen klar ist, und worüber er sich gern verbreitet. Nämlich, dass Kuba vor lauter Sozialismus überhaupt keinen Tabak mehr übrig hat und deshalb welchen importieren muss, den es dann - in Form teurer Habanos – auf dem Weltmarkt außerordentlich erfolgreich verkauft. Was indes Dödel der gehobenen Klasse niemals erklären, ist, aus welchem Grund jemand den Kubanern zu diesem Zweck Tabak billig überlassen sollte. Außerdem weiß der Edel-Zigarrendödel aus sicherer Quelle, dass die Aromen von Importzigarren natürlich synthetisch in Deutschland produziert werden, dass weiße „Cotschiba“ mit Mentholgeschmack dreitausend Dollar das Stück kosten, und dass alle - außer ihm - keine Ahnung haben. Schließlich raucht er seit Jahren insgeheim Zigarren, die ursprünglich für Castro, Kennedy, Muhammad Ali oder aber zumindest den Hochstapler Gert Postel gedacht waren, dann aber - auf verschlungenen Pfaden - von der Karibik den Weg in seinen Privatbestand gefunden haben. Es sind Zigarren aus Zigarrenmanufakturen, die so geheim sind, daß keiner außer ihm und einigen seiner Dödelfreunde sie kennen. Nur der Edel-Zigarrendödel oder eben Zigarren-Edeldödel weiß um ihre Besonderheiten. Für den Normalgenießer indes, riechen sie nach Bananenblättern und glimmendem Kehricht.
In diesem Sinne: Frei nach Loriot, der übrigens passionierter Pfeifenraucher war, gilt also: Holleri - du Dödel du!

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