Hausbesuch bei Davidoff in der Dominikanschen Republik

Davidoff lud jüngst eine illustre Reisegruppe internationaler Tabakexperten, erfolgreicher Händler und Davidoff-Ländermanagern zum Hausbesuch in die Dominikanische Republik ein. Die befindet sich bekanntlich auf der Insel Hispaniola, umgeben von Atlantik und Karibischem Ozean. Wir nutzten den Exkurs aus dem heimischen Schmuddelwinter gern und gewannen in einer hervorragend organisierten Reise eine Fülle interessanter Eindrücke. Begleitet von Davidoff-Markenbotschafter Vincent Krembel, einem ebenso kundigen wie unterhaltsamen und vor allem nimmermüden Reiseleiter, und dem stets bestens aufgelegten deutschen Davidoff Area Manager Mario Samec, fühlten wir uns mit allem, insbesondere mit Informationen, bestens versorgt.

Hausbesuch bei Davidoff in der Dominikanische Republik

Wer nicht zum ersten Mal den Boden einer karibischen Insel betritt, wird natürlich vergleichen. Augenfällig:  die Menschen wirken deutlich angespannter als auf Cuba oder Jamaica, wenn auch nicht so ernst wie jene in Puerto Rico. Die Probleme des Landes zeigen sich überall; der zumeist bescheidene  Wohlstand reicht nicht für alle. Dafür ist das gesamte Land, inklusive vieler Hausdächer mit Müll und Autoteilen übersät. Ja, es gibt eine Menge Fahrzeuge und gefahren wird stets schnell und weitgehend riskant. Die Straßen sind gesäumt von zerfetzten Reifen, Kadavern, Schrott und demolierten Leitplanken. TÜV-Mitarbeiter oder Verkehrspolizisten werden schwerlich in diesem Land entspannen können, dessen Touristencamps von schwer bewaffneten Sicherheitskräften geschützt werden.

Unser Weg führte von der Hauptstadt Santo Domingo nach Santiago de los Caballeros und ins Cibao-Tal, das Hauptanbaugebiet dominikanischer Zigarrentabake. Es breitet sich malerisch zwischen den Dreitausendern der Cordillera Central und den weniger hohen Bergen der Cordillera Septentrional aus, was auf Grund von Regenschatten zu Unregelmäßigkeiten bei natürlichen Niederschlägen führt. „Hier in Jicomé hat es seit 36 Tagen nicht mehr geregnet“, erläuterte uns der Doyen des dominikanischen Zigarrentabaks, Henrik Kelner, bei der Begehung eines seiner privaten Felder, auf welchem gerade die Ernte des süßlich-würzigen San Vicente-Tabaks begonnen hat. Freilich behilft man sich durch Bewässerung. Aber es ist nicht das Gleiche, ob eine Tabakpflanze wegen der natürlichen Bodenfeuchte tief wurzelt und dabei viele geschmacksbildende Mineralien absorbiert, oder ihren Wurzelballen eher in die Breite entwickelt, um das Wasser aus den Bewässerungsgräben aufzunehmen. Besonders mineralreich sind vor allem die Böden am Fuß der Berge.

Hausbesuch bei Davidoff in der Dominikanische Republik

Weiter unten im Tal gedeiht weniger Spitzentabak. Davidoff bezieht seine Tabakernte von 70 Vertragsfarmern und aus eigenem Anbau. 9 Millionen Pflänzlinge wurden von Oktober bis Dezember bei Davidoff herangezüchtet und ausgebracht. Auf Kelners Feldern wurde in drei Etappen mit jeweils 20 Tagen Abstand gepflanzt. So erhofft man sich, die gesamte Breite aller positiven Erscheinungen einer Vegetationsperiode nutzen und die negativen weitgehend eliminieren zu können. „2014 werden wir ziemlich starken Tabak ernten. Die Pflanzen haben ein geringeres Höhenwachstum, enthalten dafür aber mehr der später so wichtigen aromatischen Stoffe“, erklärt Kelner.

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Während der nächsten vier Jahre wird der Tabak sorgsam veredelt und gelagert. Zuvor jedoch erfolgt als erste Etappe die Lufttrocknung. Die Trockenschuppen, die „Henkie“ Kelner nutzt, sind geschlossen, mit Palmwedeln gegen Sonnenhitze geschützt und verfügen über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem, welches eine extrem gleichmäßige Lufttrocknung ermöglicht. Für die offenen Trockenschuppen anderer Farmer auf umliegenden Feldern hat er nur ein Schulterzucken übrig. Gewiss, sie kommen mit einem Bruchteil der Investitionen aus, die er aufwendet, aber ihre Tabake sind letztlich von deutlich geringerer Qualität. Wer Rohtabaklager anderer Tabakregionen kennt, wundert sich über den vergleichsweise verhaltenen Duft der dominikanischen Tabake. Selbst erstklassig fermentierte Ligeros sind von eher zahmer Aromatik. Für uns bestand neben Besichtigungen der Davidoff-Pflanzenanzucht – man hatte extra eine komplette Vegetationsperiode, d.h. Tabakpflanzen in allen Vegetationsstadien vom Keimling bis zur erntereifen Pflanze zwecks Demonstration herangezüchtet - und der gewaltigen Rohtabaklager, in denen 50-70.000 Tabakballen lagern, auch die Möglichkeit, die Manufakturen von Davidoff in Villa Gonzales zu besuchen. Man kann den Tabacaleros um Masterblender Kelner getrost bescheinigen, mit höchstmöglicher Konzentration und auf absolutem Spitzenniveau zu arbeiten.

Neben der Rollung eigener Zigarren war ein besonderes Highlight die Möglichkeit, die wichtigsten dominikanischen Tabake sortenrein zu verkosten und anschließend einen eigenen Blend zu kreieren. Das Resultat wurde jedem Teilnehmer beim abschließenden „White Dinner“ zu Ehren Zino Davidoffs in Form einer 10er Kiste mit dem Signet des Masterblenders Henrik Kelner überreicht. Ein weiterer Höhepunkt war die Degustation von Zigarren, die derzeit (noch) nicht im Portfolio von Davidoff vorkommen. Zum einen war dies eine davidofftypische Mischung, die jedoch durch die Verwendung von Jamastran-Tabaken geschmacklich eine erstaunliche, sehr üppige Dimension von Liebenswürdigkeit erreichte. Die ehedem bevorzugten Connecticut-Shade-Wrapper gehören der Vergangenheit an. Davidoff lässt sich nunmehr von Familie Perez mit aromatischen Deckblättern aus Ecuador und Honduras beliefern.  Zum anderen war dies ein Vorgeschmack auf eine angekündigte Limitada, die uns in der zweiten Jahreshälfte begeistern wird. Letztere ist schlicht und ergreifend absolute Spitzenklasse und lässt nach einhelliger Meinung aller Tester alles neben und hinter sich, was Davidoff derzeit anbieten kann. Es besteht also Grund zur Vorfreude. Neben dem Eindruck wohl gefüllter Tabaklager und erstklassiger Produktion brachten wir die Gewissheit mit, dass bei  Davidoff fleißig an der Zukunft der Zigarre getüftelt wird.

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