Die H. Upmann Magnum 48 haben wir Ihnen bereits vorgestellt - siehe Eintrag vom 21. August 2009. Hier kommen die nächsten Exemplare an die Reihe:

Bolivar Especiales No. 2 Exclusivo Alemania 2009

Die wichtigsten Wahlen der letzten Zeit sind bereits gelaufen und nun haben wir sie; die erste Habanos-Zigarre überhaupt, die aufgrund einer medialen Umfrage entwickelt wurde. Anläßlich des 20jährigen Bestehens der Firma 5th Avenue, des offiziellen Alleinimporteurs für Habanos in Deutschland, die im regen Joint-Venture mit Habanos S.A. jährlich ca. 7 Millionen Habanos auf den deutschen Markt bringt, durfte Firmenchef Heinrich Villiger seinen cubanischen Partnern gegenüber den Wunsch unterbreiten, einer nur aus diesem Anlaß und nur für seine Firma angefertigte Exklusiv-Habano zu entwickeln, die in gerade einmal 2400 Kisten a 25 Stück gefertigt und ausgeliefert wird. Der Tabakpatriarch entschied aber nicht selbst, sondern reichte die Aufgabe weise an die Leser des Internetportals Art of Smoke weiter. Dort entschied sich die Mehrheit des kenntnisreichen Publikums für eine Zigarre der Marke Bolivar im Format Laguito No. 1 - also 192 mm x 15,08 mm (entspricht Fidel Castros legendärer Cohiba Lanceros bzw. der Montecristo Especial). Jedem Aficionado dürfte damit klar sein, daß hier ein aromatisches Schwergewicht an den Start geht. Das intensive Bouquet einer kräftig-erdigen Bolivar, gekoppelt mit dem eleganten und temperamentvollen Format verspricht deftigen Genuß, zumal in Betracht gezogen werden muß, daß die Tabake für diese Zigarren eher aus der jüngeren Vergangenheit stammen, die notwendige Grundreifung über 24 Monate selbstverständlich vorausgesetzt. Und so erlebt man denn auch den ersten Zug bereits mit ungezügelter Intensität. Der Havannarausch, spürbar bis in die Schläfen, beginnt mit einer Zeitverzögerung im Bereich von 2-3 Sekunden. Bitterschokolade scheint Zungenspitze und Gaumen zu umfließen, lässig rauchige Holztöne treten auf, dunkles zitrusexpressives Bolivararoma dominiert den Zungenhintergrund, analog eines disziplinierten Backgroundchores. In der Nase entfalten sich süße Blütendüfte – der Leipziger, dessen Urbaum bekanntlich die Linde ist, wird sie sofort einordnen können – Lindenblüte. Akazienhonig tritt dazu, der Rauch entwickelt sich jedoch nicht zu cremig-träger Fülle wie bei den Bolivarformaten mit großem Ringdurchmesser, sondern bleibt flink und ätherisch. Man muß sie allerdings rauchen können, diese Achtunddreißger. Belohnt wird man dafür mit dem Duft in der Sonne dunstender Pinien, einem Hauch mentholischer Frische und den immer mehr in den Vordergrund drängenden bolivartypischen Aromen. Im letzte Drittel scheint dieses typische Aroma interessanterweise allmählich zu verfliegen. An seiner statt erschmeckt der Connaisseur weiche Nussigkeit, zunehmende Holztöne und dezente Kräuteraromen. Anklänge von Fenchel, Anis, Süßholz necken mehr als sie sich durchsetzen. Bei alldem breitet sich eine ätherische aber angenehme Schärfe aus und dann – dann verbrennt man sich die Zunge, denn wer wird eine solche Königin ablegen, bevor er ihr nicht die letzte zauberhafte Nuance abgeschmeckt hat?
Min Ron NEE schrieb zur Especiales No. 2 von 1980: „Eine extrem seltene Cigarre, noch seltener als die Saint Luis Rey Prominentes. Beide Zigarren waren außerordentlich „aromatisch“ und reichhaltig. Floral, fruchtig, ausladend, nussig, „saftig“ erdig; holzige Süße und getoasteter Tabak sind zu einer ganz erstaunlichen Balance vermischt. Eine monumentale Cigarre...“
Der Weisheit von Heinrich Villiger, dem Wahlverhalten der Fangemeinde von Art of Smoke und den einzigartigen Fähigkeiten der cubanischen Tabacaleros verdanken wir den Genuß dieser Ausnahmezigarre. Nicht auszudenken, wenn die Prachtstücke noch ein paar Jährchen reifen. 100 von 100 Punkten sind greifbar … für ganze 11,20 € pro Stück. Verpackt sind diese Schönheiten im 25er Bündel in traditionellem Aluminiumpapier.

Bolivar Especiales No. 2 Exclusivo Alemania 2009

 


Bolivar Petit Belicoso Edición Limitada 2009

Klein, dick, spitz und dunkel kommt sie daher, die erste Limitada aus dem Hause Bolivar und man fragt sich, warum diese altehrwürdige und kernige Marke, die von Kennern so geschätzt wird, erst jetzt im Tanz der Raritäten mitmischen darf. Vielleicht liegt es daran, daß die unsägliche Zeit des Easy-Smoke noch nachwirkte, in der sich selbst klapperdürre Models mit gewaltigen Zigarren in der Öffentlichkeit präsentierten. Doch die ist vorbei. Wer jetzt Zigarre raucht, der weiß genau, was er tut.
Und wer jetzt diese Kleine Dicke mit 52er Oberweite zündet, sollte es auch wissen. Bereits der Kaltgeruch der Zigarre läßt auf Temperament schließen. Das ölig glänzende Deckblatt verrät jugendliche Frische und hohes Reifepotential.
Nun denn; der Einstieg der Petit Belicoso ist gepflastert von Röstaromen und jener schwer zu beschreibenden charaktervollen Bolivar-Textur, die Zitrusnoten, den Duft von frisch gepreßtem Olivenöl, schwerer Schokolade, dunklen Hölzern und getrockneten Pilzen so unverwechselbar miteinander verbindet. Der erste Zentimeter dauert reichlich zwanzig Minuten. Klar ist also, das kleine Ding brennt ausdauernd und lang, was den Preis von 11,90 Euro pro Stück schon einmal weitgehend rechtfertigt. Zunächst beinahe mild an Zunge und Gaumen, verrät doch das Aromenspiel vor allem der Nase, daß die Zigarre eine junge Wilde ist. In einem Jahr wird sie weicher, in zwei Jahren vollmundiger sein, in drei Jahren beginnt ihre große Zeit. Dann wird sie zu den gesuchten Exoten gehören, für die Kenner gern mehr als den marktüblichen Preis bezahlen. Partagas D 3 und Cohiba Piramide lassen grüßen. Im aktuellen Stadium der Reife dominieren um die Mitte frische und ätherische Düfte von Blüten, Flieder, Veilchen, Malve und andere - Botaniker müßte man sein. Langweilig ist sie nicht. Alle guten Anlagen sind klar zu schmecken. Sogar Noten von Zimt und Orangen sind spürbar, Beleg dafür, daß sie künftig mit intensiven Fruchtnoten aufwarten wird. Eine echte Bolivar, voller Saft und Kraft der Jugend, ein bißchen neckisch vielleicht, ein bißchen über das Ziel hinaus sogar, noch nicht mit Reife gesegnet und nicht ahnend, daß die große Raffinesse von filigranen Details lebt. Aber Hand aufs Herz – wer war schon mit Siebzehn ein begnadeter Liebhaber? Geben wir ihr Zeit. Gegen Ende konzentrieren sich Holz- und Kaffeearomen zu einem schönen dichten Bouquet. Die derzeit noch wahrnehmbare Schärfe wird sich bereits in den nächsten Monaten verlieren. Eine Zigarre danach ist nicht erforderlich. Wer die Kleine zur Brust nimmt, hat für den Abend ausgesorgt; wer gar ein Kistchen einlagert, darf sich künftiger großer Genüsse sicher sein.

Bolivar Petit Belicoso Edición Limitada 2009

 


Romeo y Julieta Duke Edición Limitada 2009

Bereits 2007 gab es eine Limitada aus dem Hause Romeo y Julieta, damals im Format Escudo (Dickerchen). Nach dem Tasting schrieben wir damals über diese Zigarre: „Betont havannatypischer Einstieg, mittelkräftig, herbe Schokoladenwürze, Toastaromatik, dunkle Holzaromen, im Rauchverlauf zunehmend fettige Tabakwürze, zartbitter-pikante Röstnoten, mineralisch, kraftvoll ... eine große, intensive Zigarre mit Reifungspotenzial.“ Warum wir das voranstellen? Ganz einfach; alle drei Tester sind unabhängig voneinander zu der Ansicht gekommen, daß die Limitada 2009 aus Tabaken der gleichen Ernte und Sortierung besteht wie die 2007er. Einhelliges Urteil bereits nach wenigen Zügen – die hier verwendeten Tabake sind nicht zwei oder drei, sondern mindestens 4 oder 5 Jahre alt. Der Charakter weist nahezu vollkommene Übereinstimmung auf, die Ergebnisse der Nachreifung natürlich mit bedacht. Zu Beginn des havannatypischen aber milden Smokes leichte Zedernaromatik, eichige Töne, ein Hauch von Vanille, ätherische Süße am Zungenrand. Im zweiten Drittel pilzige Würze, woody, die Süße erinnert bald an Ahornsirup, der Geschmack an stark entölten Kakao. Röstaromen und nussige Nuancen begleiten ein ausgewogenes Finale mittlerer Stärke, ohne Bitterkeit und Schärfe.
Ist es nun also die zweite Auflage des gleichen Tabaks im sehr ähnlichen Kleid und Format oder ist sie es nicht? Niemand, insbesondere die Kubaner werden uns je verraten, ob unsere Vermutung stimmt. Zum Mythos einer großen Zigarre gehören eben auch immer Geheimnisse, die Sie für 14,50 Euro pro Stück oder als 10er Kiste gern ergründen können.

Romeo y Julieta Duke Edición Limitada 2009

 

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