CONDORs Bericht aus Cuba 3

Egal wie schön es sich in El Laguito, Heimstatt der Cohiba, lustvoll paffen läßt, wurst wie angeregt die Unterhaltung in den quirligen Clubs und Bars des nächtlichen Havanna - jeder Condor muss auch mal wieder nach Hause, und wenn es noch so weit ist.
Um zwei Fragen zu beantworten: Ja, natürlich gibt es Versuchungen, aber ein Condor ist schließlich kein Kuckuck, der seine Eier in fremde Nester legt. Und: Nein, ein Tabak-Condor fliegt nicht mit Condor.
Beim Start ist leichtes Gepäck auch bei gleichzeitig schwerem Herzen hilfreich. Für dieses Mal fällt mir das Abschiednehmen leichter als beim letzten Mal. Aus wahrhaft erfreulichem Grunde. Alle Freunde die ich traf, ihre Familien und Bekannten, sind versorgt und auf gutem Wege. Was mir gezeigt wurde, hatte Hand und Fuß. Das Land entwickelt sich. Belebte Straßen, rege Bautätigkeit, eine Landwirtschaft auf zusehends steigendem Niveau, dabei aber nirgends sichtbare Auswirkungen, wie sie der Revolverkapitalismus etwa den benachbarten Destinationen beschert hat. Bettelei nicht einmal auf dem Niveau einer deutschen Fußgängerzone, keine Gunmen, keine Pistoleros. Umfangreiche Angebote. Investoren aus Fernost, Lateinamerika, Russland und Westeuropa verwirklichen ihre zum Teil gewaltigen Projekte. Und während auf der Nachbarinsel Hispaniola jede Hand Reis zählt, beschäftigen sich in Cuba zehntausende gut ausgebildeter Fachleute mit Biotechnologie, Pharmazie und Medizintechnik, feiert die Jugend abends am Malecon. Eine riesige Flotte moderner Touristenbusse befördert Neugierige und Staunende über Land. Längst ist nicht alles Gold was glänzt, zumal man bei der Preisbildung ziemlich forsch agiert. Die Probleme, die gelöst werden müssen, sind alles andere als klein. Und es werden – genau wie bei uns - nicht weniger. Doch bereits jetzt sind die schlecht gekleideten Menschen auf der Insel zumeist Touristen. So wenig wie Cuba-Rum mit der Absturzbrühe südeuropäischer Billigstrände gleichzusetzen ist, so wenig wie Havannazigarren Accessoires für Tunichtgute und cubanische Frauen Spielzeug für Halbaffen sind, so wenig Angst habe ich um die Zukunft dieser Menschen. Wenn es gelingt, das Bewußtsein dafür zu entwickeln, daß die Aufrechterhaltung von Grundtugenden wie Disziplin, Ordnung und Fleiß (die hierzulande fatalerweise offenbar gerade aus der Mode geraten) wichtige Perspektiven garantiert, werden sich Erfolge nicht vermeiden lassen. Und ich muß auch in Zukunft auf meine Lieblinge nicht verzichten, die fantastischen Zigarren aus Tabaken der Vuelta Abajo.

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